Unsere Herkuft
Ich komme aus Paderborn. Im Jahr meiner Geburt wurde den Ehefrauen endlich erlaubt über ihre Berufstätigkeit zu entscheiden ohne ihren Ehemann um Erlaubnis bitten zu müssen.
Meine Mutter kommt aus Delbrück und ist im 2. Weltkrieg geboren. Ihre Mutter starb früh. Erst 20 Jahre vor ihrer Geburt wurde in Deutschland das Frauen-Wahlrecht eingeführt.
Mein Vater kommt aus Salzkotten und ist mit 5 Geschwistern bei einer kranken Mutter und seinem berufliche viel abwesendem Vater aufgewachsen. Die Kinderjahre verbrachte er in der kargen Nachkriegszeit, so wie meine Mutter auch. Das prägt.
Meine Großeltern wurden im Kaiserreich geboren. Wilhelm II. dankte ab, da war mein Opa 11 Jahre alt. Oberste Tugenden waren im Kaiserreich Gehorsam, Pflichtverfüllung und die Klappe halten.
Mein Opa war Bahnangestellter (Schlosser) und die Kriegszeit und deren Folgen hat ihn, wie viele andere auch, emotional stark verletzt. Über Gefühle wurde jedoch in meiner Familie nicht gesprochen. Das war zu intim, das tat man nicht.
Drei Generationen später wird Kommunikation in der Schule sehr ernst genommen und erst jetzt sind flächendeckend die Menschen fähig, miteinander über "fast" alles zu sprechen. Sie haben es früh gelernt.
Epigenetik
Es gibt auch ein soziales Erbe über die Generationen.
Jetzt, wo wir sprechen können, muss auch vieles "alte" besprochen werden. Auch die Verletzungen der Eltern/Großeltern im Krieg oder frühe Verluste von geliebten Menschen im Leben der Vorfahren.
Neue Trennungen, Verletzungen im Hier und Jetzt wühlen das "alte" wieder auf.
Seien Sie achtsam mit sich selbst und dem Expartner/ der Expartnerin.


